Die Wogen der Kontroversen um die homosexuelle Ehe sind kaum verebbt, steht in den USA schon das nächste Tabu zur Debatte: die Polygamie. Wenn man einen Partner seines Geschlechtes heiraten kann, warum dann nicht mehrere des anderen, sofern diese willens sind? Dass sich abtrünnige Mormonen, die bis heute Polygamie praktizieren, dafür stark machen, erstaunt weniger als die Tatsache, welche Verbündeten sie gewonnen haben – evangelikale Christen, freidenkerische Konservative sowie mit Polygamisten lebende Frauen, die sich als Feministinnen neuen Typs verstehen.
Bitte?!? Evangelikale Christen, die Polygamie befürworten, und Frauen, die unter Polygamie eine neue Art von Feminismus verstehen?
Es geht um die US-Fernsehserie "Big Love", die eine polygame Familie im Mormonenstaat Utah porträtiert.
Die "Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage", wie die Religionsgemeinschaft der in Utah beheimateten Mormonen offiziell heißt, hat die Praxis zwar 1890 unter Bann gestellt, doch manche betreiben sie trotzdem und berufen sich auf den Gründervater Joseph Smith, der in der Mehrehe ein göttliches Gebot gesehen hatte.
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