Das interessanteste Buch - oder eher Büchlein -, das ich in diesem Jahr gelesen habe, war für mich definitiv das eines Katholiken (Pfui, schäm dich! Das könnte wohl Ausschluss bei der Entrückung bedeuten ...). Auch wenn es nur ein sehr kurzes Buch ist, das lediglich eine sehr knappe in die
ignatianischen Exerzitien Einführung gibt, hat mich "Der kontemplative Weg" von
Franz Jalics, einem Jesuiten, nachhaltig beeindruckt, und mir gezeigt, dass ich gar nicht so falsch ticken kann in meiner Sehnsucht nach einer gewissen Form von Spiritualität. Ich wollte eigentlich immer schon die gewissermaßen große Version des Buches lesen, das schlicht "Kontemplative Exerzitien" heißt. Allerdings habe ich davon zunächst eher Abstand genommen, weil ich das Gefühl nicht los werde, dass ich mich dadurch spirituell noch weiter von meinem derzeitigen christlichen Umfeld entfernen könnte als ich es ohnehin schon getan habe. Und das macht mir irgendwie Angst, weil ich das eigentlich nicht möchte.
Enttäuscht bin ich auch in diesem Jahr von dem grottenschlechten, unfassbar langweiligen und absolut spannungsfreien "
Der Schwarm" (eindimensional, naiv-moralisierend, unfreiwillig komisch sind nur weitere Beschreibungen, die zu dem Buch passen), den ich das zweite Jahr in Folge lese, und der mich auch 2009 noch begleiten wird, bis ich ihn ENDLICH durch habe. Mein Tick, dass ich jedes, wirklich JEDES angefangene Buch durchlesen will, treibt mich in diesem Fall fast zum Wahnsinn, da es ja um ungefähr 1000 Seiten Langeweile geht.
Die schönste Musik des Jahres ist für mich kaum festzulegen. Da gibt es so viel. Ich würde fast dazu neigen, ein - äh - eher schwermütiges Metal-Album dazu zu wählen. Wenn ich allerdings auf meine geliebte iGrete schaue, dann sehe ich deutlich, dass eher (schwermütiger) Indie-PopRock dominiert. Die Band "
Okkervil River" ("The Stage Names") hat die Nase vorn, aber
Aimee Mann, die ich in diesem Jahr zum ersten Mal live erleben durfte, steht gleich dahinter ("#%&! Smilers"). Mein stärksten klassischen Errungenschaften dieses Jahres waren der Score zu dem Film "
Nomad: The Warrior" von Carlo Siliotto und
Kurt Atterbergs Sinfonien. Außerdem habe ich
Tom Waits (neu) entdeckt und meine
Leonard Cohen-Sammlung um wichtige Alben erweitert.
Enttäuscht war ich ein wenig von
Nick Caves neuem Album ("Dig, Lazarus, Dig!!!"), der neuen Doppelpackung des Metal-Projekts "
Ayreon" (mit dem doofen Titel "01011001" und der passenden dämlichen Story dazu, vor allem im Vergleich zum hochintelligenten und ungewöhnlichen Vorgänger), und der Tatsache, dass
Sufjan Stevens auch in diesem Jahr noch keine neue Scheibe veröffentlicht hat.
Tuesday, December 23. 2008 at 15:55 (Reply)
Wednesday, December 24. 2008 at 00:34 (Link) (Reply)
Friday, December 26. 2008 at 13:58 (Reply)
Schade eigentlich, wo doch Jesus jeden Teil unseres Lebens beeinflussen sollte.
Empfehlen kann ich hierzu eine Predigt von Paul Washer - bekannt als The Shocking youth message.
Einen guten Ausschnitt daraus mit Musik unterlegt findet man bei Youtube unter folgendem Link:
http://www.youtube.com/watch?v=HMFb7dLjcj4
Übrigens denke ich nicht, dass es besonders hilfreich ist, seinen Glauben (meinetwegen auch seine Spiritualität) zu festigen, indem man ein Buch über Praktiken des führenden Gegenreformators liest.
Hättest du zu seiner Zeit gelebt, dann hätte er dich (und mich auch, wir sind ja beide Protestanten) wohl auf den Scheiterhaufen gestellt, oder vielleicht wäre er gnädig gewesen, weil du ein Buch über ihn gelesen hast, und hätte dich nur enthauptet!
Aber malt mal lieber den Teufel mit bunten Farben aus - dann wirkt er weniger furchteinflößend
C.S.Lewis schreibt in seinem Buch "Anweisungen an einen Unterteufel" in dem er einen fiktiven Briefwechsel eines "Oberteufels" mit einem Unterteufel" darstellt den Satz:
In der Kirche von heute haben wir unseren Stärksten Verbündeten gefunden."
Nachdenkenswert, da das aus dem Mund eines (wie gesagt fiktiven) Dämons wohl kaum ein Kompliment ist.
Ich wünsche weiterhin frohe Weihnacht!
Ein Evangelikaler
Friday, December 26. 2008 at 23:44 (Link) (Reply)
ich habe eigentlich nur ein buch vorgestellt, das mich in diesem jahr bewegt und zum nachdenken gebracht hat. das stellt jetzt nicht mein gesamtes geistliches leben in 2008 dar. ich weiß nicht, wie du diese rückschlüsse ziehst. du wolltest mich ärgern, stimmts?
gegenreformator? was soll das denn bitte jetzt? du weißt schon, dass die gegenreformation in erster linie eine geistliche, theologische auseinandersetzung war? die jesuiten waren natürlich führende köpfe der gegenreformation, allerdings vor allem durch theologische bücher und z. b. theaterstücke an ihren schulen. sicher, man könnte sie als geistige brandstifter für einige gewaltakte bezeichnen, aber dann wäre luther ebenso ein geistiger brandstifter für bauernkriege und protestantische hexenverfolgung. und ich weiß nicht, wie es dir geht, aber irgendwie hab ich das gefühl, dass wir von luther trotzdem ein paar gute geistliche impulse aufgenommen haben.
ich will hier sicher keine gewaltakte entschuldigen, aber ein bisschen differenzierter muss man da schon zu werke gehen.
"In der Kirche von heute haben wir unseren stärksten Verbündeten gefunden."
mittlerweile bin ich alt genug zu begreifen, dass er damit genauso gut teile der evangelikalen bewegung meinen könnte.
ich wünsche dir Gottes segen, und ein bisschen mehr weisheit, sachlichkeit und zusammenhang in deinen kommentaren.
ein - trotz mancher widerstände - immer noch evangelikaler francis
Saturday, December 27. 2008 at 11:23 (Reply)
das mit der Gegenreformation ist wirklich strange o.O Man sollte sich vielleicht vorher Informieren, bis man sowas schreibt... Da scheint jemand wieder was aufgeschnappt zu haben und dann zu übertreiben -.-
Aber auch ich finde nicht, dass Ignatius von Loyola ein besonders lesenswürdiger Mann ist bzw. war. Immerhin haben er (und das habe ich erst kürzlich gelesen) gesagt: Ich glaube, das Weiß Schwarz ist, wenn die Kirche es so definiert!
Das klingt für mich nicht nach besonderer Geistlichkeit sondern mehr nach Kirchengläubigkeit und das ist, irgendwie auf jedenfall, ohne jemandem auf die Füße treten zu wollen - Götzendienst!
Tuesday, December 30. 2008 at 01:53 (Link) (Reply)
Manch einer hats noch nicht kapiert das "back to the roots" voll inn ist
Tuesday, January 13. 2009 at 10:58 (Reply)
Tuesday, January 27. 2009 at 17:55 (Reply)
ich schreib über Ignatius von Loyola, über dessen Exerzitien dieses Buch ist...
Ich werde mir deinen Tipp zu herzen nehmen und hierbei ganz offiziell mein Kommentar über Gegenreformation zurückziehen.
Aber mein Tipp an dich: erstmal ordentlich lesen bevor du anfängst zu stänkern!
Und eines weiter zur Gegenreformation:
Nachdem ich so eine Gegenwehr bekommen habe, habe ich mich informiert und bin wirklich darauf gekommen, dass Ignatius sich nicht durch Hinrichtungen hervorgetan hat - da hat mir wohl jemand einen Bären aufgebunden und das tut mir sehr leid!
Aber trotzdem stelle ich mir die Frage, ob wir als Evangelikale ein Buch über die Exerzitien des führenden Gegenreformatoren lesen sollten?
Denn wenn wir mal auf die Seite www.die-evangelikalen.de gucken, dann sehen wir fast überall in den Artikeln die Vier Soli von Luther, und diese sind die Grundlagen der Reformation.
Ich denke, dass die Reformation auch die Grundlage des Evangelikalismus sind und sein sollten. Und das man dem Evangelikalismus keinen gefallen tut, wenn man etwas von gegenreformatoren liest, zumal die Reformatoren dies wohl auch nicht getan haben/hätten.
Grüßle,
ein stinknormaler Evangelikaler
Friday, December 26. 2008 at 20:24 (Link) (Reply)
Manchmal denke ich, mit den geistlichen Traditionen ist es fast wie beim Bärlauch-Hype der letzten Jahre: eine Pflanze, die jeder alte Klostergärtner seit Jahrhunderten kannte, wurde auf einmal neu 'entdeckt', vermarktet und auf einmal gabs kaum noch etwas ohne Bärlauch. Aber warum nicht ... und warum nicht auch von den geistlichen Schätzen vergangener Jahrhunderte mal kosten, probieren ... und vielleicht sogar lernen?
Dir auch noch gesegnete Weihnachtszeit!
Friday, December 26. 2008 at 23:52 (Link) (Reply)
hab gerade heute übrigens bärlauch-schnaps geschenkt bekommen.