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Vor ein paar Wochen gab es ja
diese Debatte um einen gewissen Marburger Kongress, der irgendwann nur noch als "Homoheiler"-Kongress bekannt war.
Kurz nach diesem Kongress war ich mal in Marburg und besuchte den
Christus-Treff. Ich war zum ersten Mal im Christhaus, und muss sagen, ich war echt beeindruckt, was da im Innenausbau geleistet wurde. Ist echt ein schöner Ort geworden.
Auf einer Garage in der Nähe las ich "Fight Sexism". Einige Kommentare meiner Begleiter zu dem Thema ließen mir klar werden, dass der gefühlte Grad an Christenverfolgung dort in der Zeit vor und während des Kongresses ungemein hoch gewesen sein muss. Vermutlich so hoch wie der reale Grad in China oder so. Allgemein fällt dieses Phänomen der "gefühlten Christenverfolgung" bei Evangelikalen sehr stark auf, und Meinungsmacher wie idea verstärken dieses Gefühl massiv. Das ist bedenklich. Zumal jeder öffentliche Diskurs mit Kritik an Evangelikalen und Christen allgemein leicht in diese Ecke gedrückt werden kann.
Allerdings gilt in diesem Fall für die "Gegenseite" das gleiche. Das wird deutlich an den Berichten einschlägiger Medien. Einige Medien nutzen das sehr gekonnt, und möchten gerne einen "Kulturkampf" herbeischreiben, den es so gar nicht gibt. Der gefühlte Grad an Bedrohung duch evangelikale Christen und ihren angeblicher Einfluss ist dadurch in manchen Kreisen sehr hoch. Viel zu hoch.
Doch für einen Kulturkampf interessiert diese Auseinandersetzung eigentlich viel zu wenige. Man muss mal ganz realistisch bleiben. Den allermeisten Menschen in diesem Land sind die kleinen Scharmützel zwischen Linken und Homosexuellen und Evangelikalen völlig egal. Sie werden bestenfalls in einem interessierten Moment mal zur Kenntnis genommen. Die allermeisten Menschen stehen religiösen und homosexuellen Themen ohnehin fast völlig gleichgültig gegenüber. Da rufen - und das sollten sich beide Seiten mal bewusst werden - die Zickereien der neuesten DSDS-Kandidaten mehr öffentliches Erregungspotential ab.
Noch eine kleine Ergänzung zu "Fight Sexism": Die Linken sollten ihre Kraft da mal besser auf eine durch und durch sexistische Erscheinung richten, die von der großen Mehrheit der Bevölkerung mittlerweile kritiklos akzeptiert wird: Dem Fernsehen. Mehr (freiwillig zur Schau gestellten) Sexismus findet man nirgendwo. Und bei diesem "Kampf" hätte man sicher auch ein paar Evangelikale an seiner Seite.
Thursday, June 18. 2009 at 15:53 (Link) (Reply)
Klar: ich mag es auch nicht, wenn lasche Wohlstandschristen sich in der Opferrolle sehen und dauernd dafür danken, dass sie nicht verfolgt werden. Für echte Verfolgung machen wir einfach zu wenig Jesusmäßiges...
Thursday, June 18. 2009 at 23:26 (Link) (Reply)
doch solange gleichgültigkeit gegenüber glaube in der öffentlichkeit voherrscht, und solange unsere christliche publizisten-"lobby" in energischer demut zwei teenager terrorisieren und ein schulmagazin derart unter druck setzen kann, dass die meinungsfreiheit untergraben wird, mach ich mir noch keine sorgen darüber.
letzten endes ist es mir wichtig, da mit einem vernünftigen maß zu messen. das fällt mir schwer, vor allem unter dem einfluss pietistischer glaubenserziehung und dramatisierender christlicher medien. deshalb war es für mich interessant und irgendwie auch wichtig, mich gedanklich in dieser richtung mit "marburg" auseinanderzusetzen.
ps. wie gehts dir inzwischen? etwas ruhiger geworden? kommst du bald zurück ins bloggende tagesgeschäft?
Monday, June 22. 2009 at 11:23 (Link) (Reply)